Veröffentlicht in Allgemein, Schulalltag, Siebtklässler, Zweitklässler

Wer hat an der Uhr gedreht…

…ist es wirklich schon so spät?!

Der Januar ist hier im hohen Norden nur so vorbeigeflogen, und ehe ich mich versehe, ist das erste Schulhalbjahr beinahe um. Nur noch fünf Schultage trennen mich vom Halbjahres-Wechsel-Wochenende, und das bedeutet auch, dass das erste Drittel meiner Referendariatszeit ebenfalls vorbei ist! Der Gedanke ist ziemlich angsteinflößend, zumal meine Abschlussprüfung irgendwann im dritten Teil der Ausbildungszeit stattfindet – zwischen November und Januar. Mir bleiben also nur noch ein ganzes Halbjahr und ein paar zerquetschte Monate, bevor es heißt: „Top oder Flop“!

Aber keine Panik. Tief durchatmen. Bis dahin kann und wird noch viel passieren, und ich werde sicherlich noch einiges dazulernen. Als ich mein Studium im Herbst 2009 mit einem „Mal schauen, ob das was für mich ist“-Gefühl begann, war ich noch nicht sicher, ob dieser Beruf wirklich meine Erfüllung sein würde. Ich war während meiner Zeit am Gymnasium an freien Tagen immer mal wieder zu meiner alten Grundschule gepilgert, wo ich meine alten Klassenlehrer mit meiner Anwesenheit „beglückte“. Es hatte mir dort mit den Kleinen gefallen, und so beschloss ich aus Mangel an besseren Berufsideen, es einfach mal mit dem Lehrer-Dasein zu versuchen. Viele Hoch- und Tiefpunkte begleiteten mich durch die Jahre im Studium, und mehr als einmal war ich kurz davor, das Handtuch zu werfen. Noch heute habe ich die Worte einer Bekannten vor Augen, die mir auf eine niedergeschlagene Email antwortete, dass ich das finden müsse, was mich glücklich macht, und dass sich dieses Glück in jeder Nische verstecken könnte.

Letztes Jahr im Frühling war es dann doch geschafft, und mit einem halben Jahr Verspätung konnte ich mich für das Ref bewerben. Da es in meiner Heimatstadt kaum Aussichten auf einen Platz gab, sparte ich mir gleich das Porto und die Verpackung und schrieb nur die umliegenden Bundesländer an. Auf einmal wurde der Job greifbar, und der Gedanke erfüllte mich mit Freude. Ich konnte es kaum erwarten, endlich auszuziehen – auch um meinem alten Leben für eine längere Weile zu entgehen – und so war die Motivation groß, als endlich mein Brief vom Schulministerium kam. Ab in den Norden. Die Wohnungssuche verlief erfolgreich, ich fand eine tolle WG in guter Lage, packte meine Siebensachen und zog im Sommer aus.

Und schon ist es Ende Januar. Wo sind nur die letzten Monate geblieben? Dass die letzte Woche vorbeigerast ist kann ich verstehen, da sie gefüllt war mit viel Stress und zusätzlicher Belastung. Die Zeugniskonferenzen standen an, genauso wie eine weitere Konferenz und schließlich noch zwei Unterrichtsbesuche, die jeweils mit unnatürlich viel Aufwand verbunden waren. Freitag Mittag, als alles vorbei war, konnte ich es kaum glauben – die Woche des Horrors war geschafft. In diesen Tagen habe ich nichts im Haushalt gebacken bekommen, überhaupt keine Zeit für mich gehabt, einzelne Schulstunden vernachlässigt und ständig mit der Erschöpfung gekämpft. Solche Wochen sollen aber nicht die Regel werden – schließlich ist das Leben zu kurz, um nur zu arbeiten.

Ich genieße jetzt noch das restliche Wochenende und starte dann mit neuem Elan in die Woche. Auf meine Kleinen freue ich mich, auch wenn sie mich nach dem Besuch letzte Woche regelmäßig zur Weißglut getrieben haben, und auf meine Siebte erst recht. Jeder Einzelne war fantastisch beim Unterrichtsbesuch, und im Anschluss fingen mich Einzelne ab, um zu fragen, wie die Besprechung gelaufen sei und ob ich jetzt bittebitte ihre Lehrerin bleiben würde. Da geht mir doch das Herz auf. Das sind diese kleinen Momente, die den Stress in den Hintergrund treten lassen, und mir mitteilen, dass ich hier richtig bin. Und das bin ich. Definitiv.

Angekommen.

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