Veröffentlicht in Du ju spiek Inglish?, Schulalltag, Siebtklässler

Ich liebe meine Schüler….

….ehrlich! Sie sind groß, klein, verrückt, aufgedreht, lustig, ernst, schüchtern, selbstsicher und vor allem eines: lebendig. In den vier Monaten, die ich jetzt im Referendariat bin, gab es kaum einen Tag, der mir kein Lächeln auf das Gesicht zauberte. Dass ich an mindestens genauso vielen Tagen die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen habe und mich gefragt habe, ob ich in einer Schule oder doch eher einem Affenzirkus bin, versteht sich von selbst. Aber genau das macht die Arbeit so abwechslungsreich und aufregend. Ich würde sie gegen keinen anderen Job der Welt tauschen wollen. (Also gut, über einen Job als Coffeeshop-Tester könnten wir reden.)

In meiner siebten Klasse haben wir heute Themen für die anstehende Englischarbeit wiederholt. Meine Süßen sind dafür bekannt, dass sie morgens in der ersten Stunde (ab 07.20, wohlgemerkt!!) nur begrenzt aufnahmefähig sind. Geht mir auch so, aber es nützt ja nichts. Mühsam wird Gehirnzelle für Gehirnzelle aktiviert und zum Arbeiten gebracht, es werden alte Vokabeln wieder hervorgekramt und vergessene Satzstrukturen aufgefrischt. Für die Klausur-Vorbereitung haben wir heute besprochen, wie eine Postkarte auszusehen hat. Na logo, man braucht einen Adressaten, das Datum, eine Briefmarke (das war das erste Merkmal, das genannt wurde), einen Text und ein Motiv auf der Vorderseite. Unten wird noch unterschrieben – Ende aus, Mickymaus. Kann doch jedes Kind! Zumindest waren sie entsprechend entrüstet, dass ich ihren Hirnen diese Wissenslücke zutraute. Dann sollten sie eine Postkarte aus einem fiktiven Urlaub an mich schreiben, als Übung.

Nach zwei Minuten die erste Frage. „Wessen Adresse muss denn auf die Postkarte? Die des Absenders oder des Empfängers?“ Ich schaue die Schülerin schief an und antworte „überleg mal. Was passiert denn, wenn du die Absenderadresse auf die Karte schreibst?“ Fragezeichen auf der Stirn. „Dann…ach so, dann kommt ja die Post vielleicht nicht an.“ Richtig, zehn Punkte für Ravenclaw!

Wer vermutet, dass diese Frage ein Einzelfall war, hat sich getäuscht. Nicht weniger als zehnmal wurde ich um Hilfe gebeten, und jedes Mal war es genau diese Problematik. Nicht alle konnten mir folgen, als ich erklärte warum man idealerweise die Empfängeradresse angeben sollte. Vielleicht kaufe ich mal 20 Postkarten und 20 Briefmarken, lasse meine Schüler alle eine schreiben und an einen Verwandten schicken. Und dann schreiben sie bitte die Adresse darauf, von der sie denken, dass sie dorthin gehört. Mal schauen, wie viele ankommen. 😀 Ja, irgendwann mache ich das.

Ein weiterer Tag, der zwischen mir und den Weihnachtsferien steht, ist vorbei. Ich hoffe, auch alle lieben Kollegen sind gut durch den Tag gekommen. Oder, um es mit den Worten einer meinen eingesammelten Postkarten zu sagen:

I hope dear go good.“

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